01042017 – Volksbühne. Eine Stadt ehrt ein Theater und trauert.

Frontansicht der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin.

Volksbühne. Eine Stadt ehrt ein Theater und trauert.

Mit Schillers Trauerspiel „Die Räuber“ führte Frank Castorf im Oktober 1990 Regie an der Volksbühne Berlin, bevor er dann 1992 seine Arbeit als 19. Intendant an der neuen Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz aufnahm. Castorf machte das Theater zu einem Widerstandsnest gegen die neue deutsche Selbstzufriedenheit. Die Theaterkritiker kürten es mehrfach zum deutschsprachigen Theater des Jahres und Castorf schrieb Theatergeschichte.

Am 1. Juli 2017 endet nun diese Ära Castorf. Denn schon im März 2015 beschloss der Berliner Senat, Castorfs im Sommer 2016 endenden Vertrag nur noch um ein Jahr zu verlängern. Von der rot-rot-grünen Landesregierung wurde mittlerweile auch dem belgische Kurator und Museumsleiter Chris Dercon, derzeit Direktor der Tate Gallery of Modern Art in London, die Leitung der Berliner Volksbühne übergeben.

Die Berliner wissen inzwischen, dass man ein Schloss reproduzieren und wieder in die Mitte Berlins stellen kann. Aber sie begreifen in ihrem jetzigen Jubel auch, dass sie mit Castorf und seinen Theater-Partisanen etwas verlieren, das es in dieser Stadt nicht noch einmal geben wird. Das beste Theater der Welt.

So beschrieb es kürzlich eine rbb Dokumentation. Das Ende der Ära Castorf und damit die Volksbühne wurden symbolisch am 1. April 2017 mit einer Prozession des Ensembles und etwa 150 weiteren Menschen zu Grabe getragen.

Etwa 150 Menschen versammelten sich zum Trauerzug auf dem Weg zur Volksbühne.

Trauerzug auf dem Weg zur Volksbühne.
Demoteilnehmer laufen mit dem Sarg und Glöckchen in Richtung Rosa-Luxemburg-Platz.

Trauernde Demoteilnehmerin mit Blume und Pressemitteilung der Volksbühne Berlin.
Zwei der Teilnehmer mit Blumen an der Spitze des Trauerzuges zur Volksbühne.
Die Teilnehmer versammeln sich mit dem symbolischen Sarg und Fahnen vor der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, um diese symbolisch zu beerdigen.
3 Teilnehmer vor dem Räuberrad an der Volksbühne. Zwei tragen einen Sarg mit und die dritte trägt daneben einen Blumenkranz.
Ein Mann kippt aus seiner Flasche Bier auf ein Grab, was symbolisch zum Indendantenwechsel vor der Volksbühne abgestellt wurde.

Menschengruppe, die um das Räuberrad vor der Volksbühne versammelt ist.
Danke Schild inmitten von Blumen, die vor die Volksbühne abgelegt wurden.